So gehen Wünsche in Erfüllung

Als ich etwa 8 oder 9 Jahre alt war, habe ich mit Begeisterung immer und immer wieder Avatar: Der Herr der Elemente geschaut. Im Schwimmbad habe ich dann immer so getan, als ob ich das Wasser darin bändigen könnte. Luft und Wasser waren meine Lieblingselemente, und ich hätte viel dafür gegeben, sie bändigen zu können. Leider gab es bis heute keinerlei Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ich dazu in der Lage bin. Also musste ich nachhelfen!

Von Dezember bis Februar war ich mit Deriann bei den Berliner Wasserbetrieben und habe das Unternehmen und seine Aufgaben kennengelernt. In diesen drei Monaten war ich an folgenden Orten tätig:
1. Labor Jungfernheide
Wir waren bei der Probennahme und -annahme eingesetzt – was kann man sich darunter vorstellen? Wir sind mit den Probennehmern in der Stadt rumgefahren und haben an verschiedenen Orten Wasserproben genommen, z.B. in einem Krankenhaus, einer Kita, einem Hotel und einigen unternehmenseigenen Anlagen der BWB. Zu unseren Aufgaben gehörte: Leere Flaschen in die Regale und Schränke einräumen, Proben einscannen und die dazugehörigen Protokolle in das Computerprogramm eintragen, Messunsicherheiten von Messgeräten auswerten, Kühlschrank-Temperaturen aufschreiben und Unterlagen in die Ordner heften.

2. Ausbildungszentrum für die technischen Ausbildungsberufe. Hier war es super! Wir haben gefeilt und gesägt, Ösen gebogen, gelötet, Matheaufgaben gemacht (ja, ich mag Mathe) und verschiedene Stromkreise aufgebaut. Wir hatten sogar einen „eigenen“ Betreuer, der sich dort um die Praktikanten und Flüchtlinge kümmert.

3. IT-Abteilung „Entwicklung“. Dies war nur ein Ersatz-Einsatzort, weil im Ausbildungszentrum was dazwischen kam und man schnell eine Alternative für mich gesucht hat. Ich habe mehrere Java/Eclipse Tutorials geguckt und das Gelernte dann auf dem Eclipse Programm umgesetzt. Verschiedene Jahresplanungen auf Excel und eine Anleitung für die Wlan-Verbindung auf mobilen Geräten habe ich auch fabriziert.

4. Klärwerk Wassmannsdorf. Weit weg, aber wir durften um eine angenehme Uhrzeit dort auftauchen. Außerdem will ja niemand ein Klärwerk mitten in der Stadt haben. Der Bus fährt leider nur ein Mal pro Stunde, aber das ist hier gerade unwichtig. Im Klärwerk haben wir Grob- und Feinrechen, Vor-, Belebschlamm- und Nachklärbecken, Faultürme und andere Anlagen kennengelernt, die bei der Abwasserreinigung eingesetzt werden. Mitarbeiter gab es natürlich auch. Wir durften mit ihnen z.B. Beleb- und Rücklaufschlamm Proben nehmen. Der Geruch war zwar nicht besonders angenehm, aber man hat sich schnell daran gewöhnt. Im Januar hatten wir hier unseren EnterTechnik-Praxistag, an welchem alle Teilnehmerinnen und die Projektleitung Frau Ruppmann das Klärwerk besucht haben.

5. Abteilung für Planung, Bau und Energietechnik von Werken. Hier bin ich mit Kollegen mitgefahren, dieses Mal aber zu Baustellen und habe das Wasserwerk Wuhlheide, das Pumpwerk Charlottenburg III, das Hauptpumpwerk Wilmersdorf und das Regenüberlaufbecken am Lützowplatz kennengelernt. Ich habe auch zwei verschiedene Programme kennengelernt, eins zum Zeichnen von Stromlaufplänen und eins zum Simulieren von Beleuchtungen. Die Mitarbeiter in dieser Abteilung entwerfen nicht Stromlaufpläne, sondern planen die Elektronik der Werke – je nachdem was das Werk können muss. Ihnen wird z.B. gesagt, welcher Motor wo eingesetzt wird, und sie müssen dann nach den Angaben planen – wie viel Spannung benötigt wird, die Leitungsquerschnitte usw. In dieser Abteilung verbringen die Elektrotechnik-Studierenden die meiste Zeit ihrer Praxisphasen. Im Übrigen fange ich zum 1.10.2018 auch mit diesem Studium an.

Die Aufgaben des Unternehmens finde ich sehr ansprechend und ich finde es toll, dass ich mit meiner Arbeit dort dem ganzen Land Berlin was Gutes tun kann. Bei den BWB hätte ich jeden Tag mit Wasserversorgung, -aufbereitung, -transport etc. zu tun. Wisst ihr was das heißt? Endlich geht mein lebenslanger Wunsch, eine Wasserbändigerin zu sein, in Erfüllung! (Naja, fast).

Berliner Wasserbetriebe01bwb01bwb2bwb3

In vollen Zügen

Bevor ich nach Berlin zog, hab ich in einem kleinen spanischen Dorf nördlich von Madrid gewohnt. Durch dieses Dorf fuhren ganze drei Buslinien! Es gab sogar einen Bahnhof, der war aber seit ich denken konnte geschlossen und es fuhren bzw. hielten dort keine Züge mehr. Als ich dann schließlich vor vier Jahren nach Berlin zog, war ich von dem Verkehrsnetz begeistert. Hier gibt es Fähren! Mit denen man über den See fahren kann!! Mitten in der Stadt!!! In Madrid konnte man von Glück reden, wenn die Flüsse im Sommer nicht komplett ausgetrocknet waren. Verspätungen und Ausfälle hin oder her – was die BVG bietet ist, von meiner Sicht aus, der Wahnsinn. Aber hier geht’s ja nicht um den Vergleich zu Spanien, sondern um das Technische und meine Erfahrung bei der BVG. Also los:

Zuerst war ich vier Wochen im Ausbildungszentrum. Dort habe ich gelernt, wie man lötet, wie eine Gefährdungsbeurteilung von elektrischen Geräten abläuft. Ich habe programmiert und etliche Stromlaufpläne gezeichnet und anschließend an einer Steckwand aufgebaut. Zu guter Letzt habe ich auf einer Holzplatte verschieden Steckdosen und Schaltungen installiert. Ich habe mich bei den Azubis sehr sehr wohl gefühlt und halte auch Kontakt zu einigen von ihnen. 

Den zweiten Monat war ich in der U-Bahn Hauptwerkstatt Seestraße. Dort durfte ich Schnellschalter auseinander- und wieder zusammenbauen und habe bei einer Testfahrt eines fertigen Zuges mitgemacht! Ich durfte sogar selbst fahren!! U-Bahn Fahrerin will ich zwar nicht werden, es war aber trotzdem toll.
Auf dem gleichen Gelände ist die Zentrale Elektronik-Werkstatt. Dort habe ich innerhalb von einer Stunde mehr gelötet als in meinem gesamten Aufenthalt im Ausbildungszentrum. Ist aber auch kein Wunder, weil man in der ZEW täglich, praktisch rund um die Uhr mit Platinen zu tun hat, die repariert, gewartet, ersetzt, gereinigt usw. werden müssen. Klingt vielleicht für einige langweilig, mir hat es aber super gefallen. Ich hab mich sogar schon für nächstes Jahr für ein duales Studium in industrieller Elektrotechnik (bei der BVG) beworben.

Den dritten Monat habe ich in der Luckenwalder Straße beim Bereich Infrastruktur verbracht. Das heißt, ich durfte jeden Tag mitfahren und zugucken, wie in den verschiedenen Liegenschaften die dort vorhandenen Anlagen repariert oder gewartet wurden. Dazu gehörten z.B. eine Waschanlage für Straßenbahnen und mehrere Kühlmittelwannen für Busse. Außerdem habe ich selbst mal einen Schlüssel bzw. einen Zylinder programmiert (damit nur bestimmte Leute die gewählte Tür auf- und zuschließen können) und war dabei, als es dann um die Umsetzung ging – in jede Tür, bei der etwas geändert wurde, den Programmierschlüssel stecken.

Mal abgesehen von den interessanten Einblicken in die Betriebsabläufe, die ich erhalten habe, wurde ich auch überall bestens aufgenommen und ich habe mich sehr willkommen gefühlt. Ich habe das Praktikum in vollen Zügen genossen.

Da ich die erste EnterTechnikerin bei der BVG war, wurde auch ein Interview mit mir gemacht. Hier ein Foto das während des Interviews gemacht wurde:

 Carlota Foto 4klein

 

Hier ein kleiner Einblick in meine Kreationen:

 Teelicht Leuchtbilderrahmen  

 

 
Carlota Foto 2klein  Carlota Foto 3klein      

 Astabile Kippstufe

Carlota Foto 1klein

Steckbrief

Drei Worte, die mich beschreiben:
wissbegierig, einfühlsam, vielseitig

Das habe ich vor EnterTechnik gemacht:
mein Abitur bestanden

Ich war beim Girls'Day
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das ist mein liebstes Technikgerät:
EBook-Reader, weil ich darauf alle meine Bücher mitnehmen kann, ohne sie tragen zu müssen.

Warum ich mich bei EnterTechnik beworben habe:
Weil ich noch nicht weiß, ob und was ich studieren will, aber mich der technische Bereich interessiert und ich mir gut vorstellen kann, in diesem Bereich etwas zu machen. EnterTechnik hilft mir dabei, Einblicke zu gewinnen und mich so zu entscheiden.

Mein Blick in die Glaskugel:
beruflich: Abteilungsleiterin
privat: einen Hund (vermutlich mehrere), lebe in einer Wohnung und habe mein Leben unter Kontrolle.

 

zurück