Ich nehme sehr viel mit: alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Zeit ist wahnsinnig schnell verflogen - was doppeldeutig ist, weil ich jetzt Verkehrswesen studieren will.

Virtueller Besuch in einer Straßenbahn bei Bombardier Transportation

Hast du dich eigentlich schon einmal gefragt, woher die Straßenbahnen Berlins kommen? Dass sie nicht an Bäumen wachsen, ist klar, aber wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt, lerne ich unter anderem gerade bei Bombardier Transportation…

Zunächst gibt es eine Ausschreibung, und dann sitzen mehrere Ingenieurinnen und Ingenieure aus den verschiedensten Bereichen daran, einen Vorschlag auszufertigen. Wie soll das Endprodukt aussehen? Was steckt drin? Wie behindertengerecht wird gestaltet? Was passiert mit den Fahrzeugen, nachdem sie ihren jahrelangen Dienst erfolgreich beendet haben – wie recyclingfähig wird es? Ich darf mir ein CAD-Modell auf einer Art Kinoleinwand ansehen: Sehr eindrucksvoll, das Modell nicht nur auf dem Computerbildschirm zu sehen, sondern als ein 3D-Modell im Maßstab 1:1! Sehr real und greifbar erscheint es mir dort. Ich kann mich sogar per Fernbedienung durch das Fahrzeug bewegen!

Aber nicht nur die Vorarbeit lehrt einen das Endprodukt zu schätzen: Während meiner Zeit im Werk merke ich, wie viel handwerkliche Präzisionsarbeit darin steckt. Für Außenstehende ist es nicht vorstellbar, wie viele Schrauben und Kabel in einem Fahrzeug stecken. Wenn ich jetzt in eine Straßenbahn einsteige, denke ich nicht nur darüber nach, wie ich von A nach B komme, vor meinem geistigen Auge sehe ich auch die Arbeit und das Team, wie wir Stück für Stück dem Gehäuse Leben einhauchen.

Da ich gerne Verkehrswesen studieren möchte, fühle ich mich beim Thema Schienenfahrzeug natürlich sehr gut aufgehoben. Zwar war der Wechsel von einem kleinen Betrieb zu einem Global Player für mich zunächst ein kleiner Schock. Dank des guten Klimas im Unternehmen konnte ich mich schnell einleben: Bombardier Transportation ist ein internationales Unternehmen, das trotz seiner Größe im Miteinander fast schon familiär wirkt. Mir ist besonders im Headquarter aufgefallen, wie sehr ich es vermisst habe, mein Englisch zu benutzen, obwohl ich während meiner Schulzeit Englisch nicht gerade allzu hoch einstufte.

Übrigens war ich nicht allein: auch Lilly ist EnterTechnikerin bei Bombardier Transportation. Zwar sind wir nicht direkt zusammen. Am Schöneberger Ufer führe ich beispielsweise die strategische Recherche weiter, die sie bereits begonnen hatte. Und auch hier im Werk sind wir zwar zur selben Zeit am gleichen Projekt. Wenn sie im Innenausbau ist, bin ich jedoch auf dem Dach und andersherum. Trotzdem ist es schön, seine Erfahrungen auszutauschen oder sich bei kleineren Problemen gegenseitig helfen zu können.

Ich weiß jetzt schon, dass ich die Zeit bei Bombardier Transportation vermissen werde!

 

Klotzen statt kleckern bei Bogen Electronic

Meine erste Praktikumsstation war bei Bogen Electronic. Ich muss zugeben, dass es sich hierbei nicht um meine Wunschstation Nummer Eins handelte; doch rückblickend möchte ich die Zeit und meine Erfahrung auf keinen Fall missen.

Während der drei Monate konnte ich jede Abteilung näher kennenlernen! Das bedeutet, dass ich mich etwa alle zwei Wochen mit neuen Aufgaben auseinandersetzen durfte.

Zuerst war ich bei den Entwicklern, wo ich zunächst lernte technische Zeichnungen zu lesen. Ich war an Recherchen, sowie an Untersuchungen beteiligt, um die Produkte weiter zu verbessern und die ein oder andere Herstellungsmethode zu hinterfragen. Ich durfte mir, solange der Mitarbeiter es gerade nicht benötigte, das CAD-Programm Solidworks ansehen und mich eigenständig durch einen Teil des Tutorials arbeiten, um das Programm ein wenig nachvollziehen zu können. Solidworks ist ein sehr komplexes Konstruktionsprogramm. Es dauert etwas, bis man durch die vielen Funktionen durchsieht.

Ich war auch in der Produktion und lernte unter anderem zu löten. Beispielsweise habe ich diese Winkelstecker gelötet und zusammen gesteckt:
Bogen Johanna 1

Danach lernte ich Sage kennen, ein Warenwirtschaftssystem, in das ich neue Artikel einpflegte, Kunden- und Lieferantendaten aktualisierte und Angebote erstellte. Ich hatte sowohl mit Kunden als auch mit Zulieferern Kontakt per eMail und/oder Telefon. Im Einkauf holte ich Angebote ein, verglich sie und bestellte nach Absprache.

Meine letzte große Station war die Qualitätsprüfung, wo die Produkte vor-, zwischen- und endgeprüft werden, dann werden sie verpackt und im Anschluss etikettiert.
Bogen Johanna 2

An meinem letzten Tag hatte ich noch einen Crashkurs in der Zerspanung. Unter den wachsamen Augen und den Anweisungen des Meisters durfte ich einen Aluminiumblock zurecht fräsen. Auf dem gefrästen Corpus wurde ein Sensor befestigt nach Angaben eines anderen Praktikanten.

Über die Wochen hinweg habe ich also jeden Schritt hautnah miterlebt; von einer Idee, über Prototyping, zum fertigen Produkt und im Anschluss dann zum erfolgreichen Verkauf.

Besonders gut gefällt mir an meiner Praktikumszeit, dass ich nach der Arbeit frei wie ein Vogel bin. Ich muss mich zuhause nicht hinsetzen und Lernen und auf Prüfungen vorbereiten. Außerdem habe ich hier momentan Gleitzeit. Ich kann kommen und gehen wann ich will, vorausgesetzt ich erfülle meine vertraglich abgemachte Zeit. Wenn ich einen Tag gerne früher gehen möchte ist das kein Problem; dann hänge ich an anderen Tagen einfach etwas mehr Zeit ran.

Bei Bogen Electronic haben mir die Konstruktion, sowie die Zerspanung sehr gut gefallen, da man bei beiden ein sehr gutes räumliche Vorstellungsvermögen braucht, um aus dem Nichts bzw. aus einem Klotz ein „Etwas“ zu schaffen.

Steckbrief

Name: Johanna

Drei Worte, die mich beschreiben:
Ich bin ein zuverlässiger, kreativer Ruhepol.

Das habe ich vor EnterTechnik gemacht:
Abitur

Das sind meine liebsten Technikgeräte:
Das sind generell alle, die mit Musik in Verbindung stehen - aufnehmen, wiedergeben, verstärken, ob live oder Konserve ist da nicht so wichtig, Hauptsache Musik. Aber auch Geräte, die das Leben anderweitig bereichern, z.B. Computer, Hörgeräte, Telephon etc.

Warum ich mich bei EnterTechnik beworben habe:
Ich interessiere mich für technische Berufe, aber noch weiß ich nicht, ob ich geeignet bin. Außerdem habe ich mich bisher noch nicht auf "die eine Richtung" festgelegt. Ich nutze dieses Jahr also sowohl zur Orientierung als auch zum Sammeln von praktischer Erfahrung.

Mein Blick in die Glaskugel
zeigt hoffentlich eine entschlossene Johanna mit einer Zusage für eine Ausbildung oder sogar ein Studium in der Hand.

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